Poesie für Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit

Das Verhältnis zur Natur gibt Aufschluss über den Zustand des Menschen, der Gesellschaft, der Umwelt. Ist die Natur, das Natürliche, ein Gegensatz und Widerspruch zur Kunst, zum Künstlichen? Befindet sich das (lyrische) Ich in magischem Einklang mit der Natur? Erscheint diese als idyllisches Refugium, als Quelle der Kraft und Erquickung? Wie ist ihr ‚Freizeitwert‘ zu veranschlagen? Existiert die ‚heile Welt‘ der Natur überhaupt noch, ist sie unwiederbringlich verloren?

GUNTER E. GRIMM (HRSG.), DEUTSCHE NATURLYRIK; RECLAM 1995

Wir finden auf dieser Website einen literarischen Zugang zur Natur und kontrastieren ihn zur Großstadt, in der wir leben. Schließlich werden wir selbst zu Poetinnen und Poeten!

Klimakrise

Der Mensch kann sich um sich selbst kümmern, um seine Familie, seine Freunde, vielleicht sein Land. Um seinen Planeten offenbar nicht. Der Klimawandel ist zu groß für unsere Wahrnehmung. Er ist keine plötzliche Gefahr, die über uns hereinfällt, sondern eine schleichende, die wir seit Jahrzehnten kennen. Er ist kein konkretes, singuläres Ereignis, sondern eine Verkettung dynamischer Prozesse. (…) Deutschland hat nicht mit Tropenstürmen zu rechnen. Selbst im trockensten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen herrschte in deutschen Kommunen kein Trinkwassermangel. Die schlimmsten Folgen des Klimawandels klingen deshalb für uns noch immer wie Fiktionen oder Realitäten von sehr weit weg. (…) Theoretisch wissen Sie das doch alles. Selbst gespürt haben Sie es noch nicht. (…) Was bleibt jetzt also zu hoffen oder was bleibt zu tun? (…)
Wer sich für das Richtige einsetzt, tut das nicht, weil er glaubt, es wird funktionieren. Er tut es, weil es das Richtige ist.

aus: "Die Sintflut kommt" - ein Essay von Tobias Haberkorn, 4.11.2018 
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